Dienstag, 31. Juli 2012

Rezension: Ilona Maria Hilliges - Die kleine Göttin

Ilona Maria Hilliges - Die kleine Göttin

Wunderlich
352 Seiten
Erscheinungsdatum: 16. Januar 2012
ISBN: 978-3805250054


Über die Autorin:
Ilona Maria Hilliges, Jahrgang 1953, wuchs in der Nähe von München auf. Sie ist Diplom-Betriebswirtin. Nach Aufenthalten in Kanada und Großbritannien arbeitete sie in München und lebte dann - mit kurzen Unterbrechungen - von 1980 bis 1984 in Nigeria. Über die Erfahrungen in dieser Zeit schrieb sie den autobiografischen Bestseller "Die weiße Hexe", der im Mai 2000 als Originalausgabe bei Ullstein erschien und ebenfalls als eBook erhältlich ist. Der Folgeband "Das verborgene Herz Afrikas", erstmals 2001 veröffentlicht, schildert jene Zeit im Jahr 1984, in der sie in einen geheimen Frauenbund im Urwald eingeweiht wurde. Als Rowohlt-Taschenbuch und eBook erhältlich sind die beiden historischen Romane "Sterne über Afrika" und "Ein Kind Afrikas". Im Januar 2012 erscheint ihr neuer Roman "Die kleine Göttin", der an ihre Erlebnisse in Nigeria anknüpft, als gebundene Ausgabe bei Wunderlich. Ilona Maria Hilliges lebt in Berlin. Internetauftritt: www.ilona-maria-hilliges.de

Inhalt:
Zwei Menschen auf dem Weg ins dunkle Herz Afrikas. Ein Abgrund, in dessen Tiefe der Tod lauert ...
Immer wieder träumt Victoria diesen Traum. Dabei war sie noch nie in Afrika. Ganz im Gegenteil – Afrika, das war das große Tabuthema ihrer Kindheit. Nie wollte Victorias Mutter darüber sprechen.
Erst nach dem Tod der Mutter findet Victoria beim Ausräumen des Hauses eine jahrtausendealte afrikanische Plastik aus Terrakotta. Verborgene Erinnerungen werden wieder wach. Sie erfährt, dass sie eine Tante hat, die in Afrika lebt.
Victoria reist nach Nigeria und findet heraus, was ihre Mutter sorgfältig verborgen hat. Doch nicht nur das: In Tiameh entdeckt sie einen verschütteten Teil von sich selbst und lernt, das Leben mit ganz anderen Augen zu sehen …

Lebenswege gehen selten geradeaus, sie schlagen Haken. Manchmal muss man erst ein anderer Mensch werden, um wieder zu dem zurückzufinden, der man einmal war. Sich selbst zu erkennen, sich nichts mehr vorzumachen - das ist eine der schwierigsten Aufgaben, der man sich stellen kann.
Seite 259


Meine Meinung:
Das Ilona Maria Hilliges ein paar Jahre in Afrika gelebt hat, merkt man diesem Buch deutlich an. Die Beschreibungen der afrikanischen Landschaft und Kultur sind ihr wunderbar gelungen und ich hatte die beschriebenen Bilder tatsächlich vor Augen. Ich persönlich habe noch einiges lernen können, gerade was die Kultur Afrika´s angeht.
Die Geschichte an sich, ist eigentlich relativ interessant: Nach dem Tod ihrer Mutter macht Victoria sich auf den Weg, um ihre Wurzeln zu entdecken und lernt dabei eine Menge über sich selbst, über ihre Familie und über einen geheimen Frauenbund im Urwald. Leider verliert sich die Autorin jedoch oft in ziemlich philosophischen Gesprächen, die zwar nicht unbedingt uninteressant sind, bei denen sogar Dinge dabei sind, die einen zum Nachdenken über sein eigenes Leben anregen, jedoch sind ebendiese teilweise doch ein wenig zu langatmig für meinen Geschmack. Ab einem bestimmten Punkt scheint die Handlung einfach zu stagnieren und es geht nicht mehr wirklich voran. Ich erwarte in so einem Buch sicher keine Action, allerdings hätten bestimmte Szenen meiner Meinung nach gerne etwas kürzer ausfallen können.
Ilona Maria Hilliges hat einen schönen Schreibstil, der sich flüssig lesen lässt, auch wenn das Buch kein Pageturner ist.
Die Charaktere sind herrlich normal und gerade Victoria, die Ich-Erzählerin, ist ein wirklich liebenswerter Charakter. Ganz besonders gut gefallen hat mir an ihr, dass sie sich selbst gerne mal auf die Schippe nimmt. Das hat mich ziemlich oft zum Schmunzeln gebracht.
Eine besonders interessante Protagonistin war für mich jedoch Theodora. Sie hat vielen durchmachen müssen in ihrem Leben und gibt doch nie auf.
Wer ruhige Bücher mit philosophischen Untertönen mag, der ist hier genau richtig. Auch Afrika-Fans kommen ganz sicher auf ihre Kosten, denn Frau Hilliges weiß, wovon sie schreibt.
Ich vergebe 3 von 5 Punkten!


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